Interstitielle Lungenerkrankungen

Die interstitiellen Lungenerkrankungen (ILDs) umfassen ein breites Spektrum von akut oder chronisch verlaufenden Krankheiten, die mit einer Entzündung und/oder Vernarbung (Fibrose) des Lungengewebes einhergehen. Innerhalb dieser Gruppe werden über 100 verschiedene Arten nichtinfektiöser und nichtmaligner Erkrankungen gezählt und in idiopathische (d.h. ohne bekannte Ursache) und sekundäre (durch Rheuma, Medikamenten, Asbestkontakt oder Allergen-Exposition) Formen klassifiziert. Die idiopathische Lungenfibrose (IPF) ist die häufigste Form der Lungenfibrose.

Die Diagnose ist ein komplexes Verfahren und braucht jahrelange Erfahrung in dem Bereich. Neben den Pneumologen nehmen noch zahlreiche weitere Spezialisten an einer multidisziplinären Diskussion teil, um die endgültige Diagnose zu erreichen, im Speziellen Radiologen, Pathologen und Rheumatologen. Neben der medikamentösen Therapie (für die IPF sind bereits zwei Medikamente zugelassen) sind bei fortgeschrittener Fibrose weitere Maßnahmen wie Atemphysiotherapie, Impfungen (als Vorbeugung von Atemwegsinfekten) und die Sauerstoff-Therapie entscheidend. Unser Zentrum hat jahrzehntelange Erfahrung bei der Diagnose und Therapie dieser unterschiedlichen Krankheitsformen. Die Universitätsmedizin Essen – Ruhrlandklinik gehört zu den zertifizierten und anerkannten Europäischen Zentren (ERN) für die Behandlung dieser seltenen Lungenerkrankungen. Neben den üblichen Behandlungsmöglichkeiten bietet unser Zentrum die Teilnahme an internationalen multizentrischen Studien mit neuen Substanzen an sowie an eigenen Forschungsvorhaben.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Klinikern und Forschern sowie die harmonische Kooperation mit Patientengruppen und Pharmaindustrie sind der ausschlaggebende Weg zu einer sich stetig verbessernden Behandlungsperspektive für unsere Patienten.