Endoskopische Lungenvolumenreduktion

Alternativ zu chirurgischen Verfahren bieten wir in unserer Abteilung die endoskopische Lungenvolumenreduktion an. Sie führt bei Patienten mit schwerer bis sehr schwerer COPD (Lungenemphysem) zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden – die typische Überblähung der Lunge kann mit unterschiedlichen Verfahren vermindert werden. Bei uns kommen drei zum Einsatz:

Blockierende Verfahren – mit Ventilen

Unser gängigstes Verfahren: Die Implantation von so genannten Ventilen (aus Silikon und Nitinol), die sich während der Einatmung verschließen und bei der Ausatmung Luft passieren lassen. Dank dieser Ventile entleert sich das Lungengebiet, wodurch es mit der Zeit schrumpft. Die Ventile bringen wir über flexible Bronchoskope ohne Vollnarkose ein. Diese Technik ist reversibel, das heißt, wir können die Ventile jederzeit wieder problemlos entfernen.

Nicht blockierende Verfahren – mit Nitinolcoils

Dabei werden Nitinolspiralen (Nitinolcoils) mittels eines kleinen Führungskatheters in die erkrankten Bereiche der Lunge eingeführt. Sobald der Katheter entfernt wird, zieht sich die Spirale zusammen und verändert damit die Lunge: Die erkrankten Bereiche schrumpfen und die Lunge wird elastischer – es entsteht mehr Raum für den gesunden Lappen, der schließlich wieder mit voller Kapazität funktionieren kann.

Nicht blockierendes Verfahren ohne Implantate – mit Dampf

Dieses seit 2015 zugelassene Verfahren erlaubt die gezielte Behandlung besonders zerstörter Lungenareale, die zuvor anhand einer Computertomografie identifiziert werden. In einem kurzen endoskopischen Narkoseeingriff werden diese Bezirke mit Heißdampf behandelt. Hierdurch wird eine vorübergehende örtlich begrenzte Entzündung ausgelöst, die zur Schrumpfung dieser Bezirke führt. Auch hierdurch kann mehr Raum für gesundere Lungenabschnitte und das Zwerchfell entstehen, um Belastbarkeit und Lebensqualität zu erhöhen.