Operationen bei Lungenkrebs: Mehr ist mehr!

Lungenkrebszentrum informiert zum Weltkrebstag am 4. Februar

Lungenkrebs gilt noch immer als die tödlichste Krebserkrankung der Deutschen. Über 50.000 Männer und Frauen erkranken jedes Jahr am Lungenkarzinom. Neben präventiven Maßnahmen wie dem rechtzeitigen Rauchstopp ist auch ein weiteres Thema immer häufiger in der Diskussion: Die Einführung von Mindestmengen für Krebsoperationen.

Diagnose Lungenkrebs – ein Schock für die Betroffenen. Wie geht es jetzt weiter? Wie stehen meine Heilungschancen? Kann der Tumor noch chirurgisch entfernt werden? Auf diese Fragen erhoffen sich die Patienten schnelle Antworten – im besten Falle mit der Chance auf eine Genesung. Wie auch Barbara Thom, die im Herbst vergangenen Jahres mit der Diagnose konfrontiert wurde. Der Tumor saß mitten in der Luftröhre.

Das Problem: Einen chirurgischen Eingriff und eine saubere Entfernung des Tumors (in der Fachsprache Resektion) wollte zunächst kein Arzt durchführen – für Barbara Thom eine niederschmetternde Diagnose. Nach eigener Recherche wurde sie schließlich auf die Ruhrlandklinik aufmerksam, Teil der Universitätsmedizin Essen und zertifiziertes Lungenkrebszentrum. Univ.-Prof. Dr. Clemens Aigner, Direktor der Klinik für Thoraxchirurgie und thorakale Endoskopie, und sein spezialisiertes Team konnten schließlich eine neunstündige, erfolgreiche Operation bei Barbara Thom durchführen.

Chirurgische Eingriffe bei Lungenkrebs – auch Lungenkarzinom – gehören für Professor Aigner und sein erfahrenes Team zur täglichen Routine. 350 anatomische Lungenresektionen führten die Spezialisten im vergangenen Jahr durch. Damit gehört das Lungenkrebszentrum klar zu den sogenannten High-Volume-Kliniken, die mehr als 75 Lungenresektionen bei Lungentumoren pro Jahr durchführen. „Wir halten in unserem Zentrum einen sehr hohen Standard bei solchen Operationen. Diverse Formen und Ausprägungen des Lungenkarzinoms entfernen wir routiniert und haben nur spezialisierte Chirurgen im Einsatz. So können wir unseren Patienten eine Behandlung auf medizinisch universitärem Niveau garantieren“, erklärt Professor Aigner.

Sterblichkeit in Spitzenzentren nur halb so groß

Diese Mindestmenge von 75 Operationen ist für die Deutsche Krebsgesellschaft schon lange ein wichtiges Qualitätskriterium, welches Lungenkrebszentren einhalten müssen, um eine Zertifizierung zu erlangen. Ende November 2017 belegte zudem der Qualitätsmonitor 2018, eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, des Vereins Gesundheitsstadt Berlin und der Initiative Qualitätsmedizin, wie sinnvoll die Einführung einer Mindestmenge für die Durchführung von komplizierten Operationen sein kann: die Studie zeigt, dass die Sterblichkeit nach einer anatomischen Lungenresektion bei Lungenkrebs in Spitzenzentren mit über 175 Fällen pro Jahr lediglich halb so groß ist, als in Kliniken, die weniger als 26 Operationen pro Jahr durchführen.

„Eine Konzentration von Operationen des Lungenkarzinoms auf wenige Zentren könnte die Qualität der Behandlungen deutlich erhöhen“, findet auch Professor Clemens Aigner. Viele seiner Patienten kommen erst im zweiten Schritt in seine Abteilung, bei denen eine direkte Überweisung zum Spitzenzentrum der Ruhrlandklinik sinnvoll gewesen wäre.

Barbara Thom ist froh, dass der komplizierte Eingriff bei ihr schlussendlich so erfolgreich abgelaufen ist. „Ich bin unendlich dankbar und froh, dass ich die Klinik gefunden habe. Ich kann jedem nur raten, sich im Vorfeld gut zu informieren und sich an spezialisierte Kliniken zu wenden“, so Thom.