Leistungsspektrum

Ambulante Bronchoskopie

Genaueste Untersuchung der Bronchien dank Video-Endoskopie

Eine der wichtigsten Untersuchungen in der Pneumologie ist die Spiegelung der Atemwege mittels Video-Endoskopie (Bronchoskopie). Hierbei wird ein sehr dünner, biegsamer Schlauch (Bronchoskop) durch Mund oder Nase eingeführt – mit einer speziellen Optik können wir auf einem Bildschirm Luftröhre und Bronchien genau betrachten. Dadurch erkennen wir selbst kleinste Veränderungen der Schleimhäute.
In der Krebsvorsorge zum Beispiel ist dies von großer Bedeutung – dank Endoskopie durch spezielle optische Verfahren (Autofluoreszenz-Bronchoskopie) können wir schon frühe Stadien von Tumorerkrankungen entdecken und behandeln.
Falls notwendig können wir im Rahmen der Untersuchung Sekret absaugen, Gewebe aus den Bronchien entnehmen oder eine diagnostische Spülung eines Bereiches der Lunge durchführen (Bronchoalveoläre Lavage – BAL).
Die Untersuchung ist wenig beeinträchtigend und wird unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt. Auf Wunsch kann aber auch eine leichte Schlafmedikation (Sedierung) zur Untersuchung über einen Venen-Zugang gegeben werden. Unsere Patienten müssen dann aber beachten, dass sie nach der Schlafmedikationsgabe (Sedativa-Gabe) nicht mehr selbstständig mit dem Auto nach Hause fahren dürfen und nach der Untersuchung von einer Begleitperson abgeholt werden müssen!

Sind weitergehende Eingriffe, z.B. Biopsien aus der Lunge (Transbronchiale Biopsie) oder aus den angrenzenden Lymphknoten (Mittels Endobronchialem Ultraschall gestützte Transbronchiale Nadelaspiration – EBUS-TBNA) notwendig, so wird hierfür regelhaft eine stationäre Aufnahme erfolgen müssen!

Bronchoskopische Ambulanz

Leitung
PD Dr. Kaid Darwiche
Telefon
0201 433-111 33
Fax
0201 433-1915
E-Mail
ip@ruhrlandklinik.uk-essen.de

Informationen für Einweiser

Um einen Patienten für eine ambulante Bronchoskopie anzumelden, füllen Sie bitte das Anmeldeformular zur ambulanten Bronchoskopie aus und faxen dieses an die Nummer: 0201 433-1915. Unser Ambulanz-Sekretariat wird sich dann mit dem Patienten für die genaue Terminvereinbarung für ein Vorgespräch in Kontakt setzen. Aus diesem Grunde führen Sie bitte Ihre Telefonnummer/Handynummer mit auf.

Zudem verweisen wir auf unser Merkblatt für Patienten zur ambulanten Bronchoskopie.

Informationen für Patienten

Ihr Lungenfacharzt hat Sie zur Durchführung einer ambulanten Bronchoskopie an uns überwiesen.

Im Rahmen eines Vorgespräches werden wir Ihre Befunde, Röntgen- oder CT Bilder sichten und mit Ihnen den Ablauf der Untersuchung besprechen (Aufklärung zur Bronchoskopie).

Zum Vorgespräch bringen Sie bitte mit:

  • Überweisung vom Lungenfacharzt und Krankenkassenkarte
  • Röntgen-/CT Bilder auf CD gebrannt
  • Wichtige Vorbefunde/Arztbriefe
  • Medikamentenliste
  • Allergiepass (falls vorhanden)

Termine für Vorgespräche: Mo. 14.30–15.30 Uhr, Mi 13.00–14.00 Uhr, Do 12.30–13.30 Uhr

An einem zweiten Termin werden wir dann Ihre Lungenspiegelung (Bronchoskopie) durchführen. Bitte rechnen Sie mit einem Zeitaufwand von ca. 2 Stunden.

Termine: Dienstag-, Donnerstag- und Freitagmorgens ab 8.00 Uhr

Für weitere Informationen (Verhaltensregeln etc.) zur Bronchoskopie verweisen wir auf unser Merkblatt für Patienten zur ambulanten Bronchoskopie.

Terminvereinbarungen zur ambulanten Bronchoskopie mit Vorgespräch können werktags von 08.00 Uhr bis 15.00 Uhr über das Sekretariat der Ambulanz erfolgen:

Telefon
0201 433-111 33
Fax
0201 433-1915 (Anmeldeformular)
E-Mail
ip@ruhrlandklinik.uk-essen.de

Bronchologie

Die Autofluoreszensbronchoskopie (AFB) unterscheidet sich von einer normalen Lungenspiegelung allein durch die Lichtquelle: Blaues Licht deckt früheste Veränderungen der Bronchialschleimhaut auf, die bei gewöhnlichem Licht nicht zu erkennen wären. Gesunde Schleimhaut erscheint bei der AFB grün, malignes Gewebe ist etwas dunkler und meist rötlich-braun oder bläulich.
Die AFB kommt vor allem in der Frühdiagnostik von bösartigen Lungen- und Bronchialerkrankungen zum Einsatz, aber auch vor Operationen zur Erkennung von Zweitkarzinomen und Resektionsgrenzen und nach Operationen zur Nachsorge.
Der Endobronchiale Ultraschall (EBUS) ermöglicht uns mehr als nur die Sicht auf das Innere der Atemwege – dank des Ultraschall-Kopfes an seiner Spitze können wir mit dem EBUS-Bronchoskop auch die Umgebung der Atemwege untersuchen. Pathologische Veränderungen oder Tumoren in der Nähe der Bronchien oder der Luftröhre werden damit sichtbar. Gleichzeitig können wir dank der Punktionsnadel direkt Proben entnehmen. Damit bleibt dem Patienten ein zweiter Eingriff erspart.
Dort wo die traditionelle Bronchoskopie an ihre Grenzen stößt, ermöglicht uns das virtuelle Navigationssystem („Lung Point“) einen minimal-invasiven Zugang zu peripheren Lungenbereichen. Damit verbessern wir unsere Erfolgsrate insbesondere bei kleinen Lungenherden deutlich. Wir navigieren mit Hilfe einer dreidimensionalen CT-Wegekarte zu den vorher festgelegten Zielpunkten – dafür wurden zuvor die computertomografischen Daten des Patienten in das System eingelesen. Während der Untersuchung erkennt das System automatisch, in welchem Bereich der Atemwege sich der Untersucher befindet und zeigt ihm den Weg zum Ziel an. Auf diese Weise gelangen wir auch an kleine und entfernt gelegene Veränderungen. Auch eine direkte Gewebsentnahme ist möglich – wodurch dem Patienten ein risikoreicherer Zweiteingriff erspart bleibt. Als eines von wenigen europäischen Zentren können wir dieses Verfahren anbieten.
Wir setzen Laser immer dann ein, wenn die Situationen schwierig sind und ganz besondere Präzision gefragt ist, zum Beispiel wenn wir krankes Gewebe in der Nähe von Atemwegsstents oder nahe am Kehlkopf entfernen müssen. Auch Atemwege, die von Tumoren verschlossen werden, können wir dank Laser wieder frei legen.
Bei der Kryotherapie nutzen wir die Kälte – bei um die -80°C können wir krankhaftes Gewebe vereisen, das daraufhin abstirbt und später vom Körper abgestoßen wird. Auch von Tumoren verschlossene Atemwege können wir mit Kyrosonden (Kältesonden) wieder frei machen. Gleichfalls nutzen wir Kälte auch zur Biopsie – Gewebeproben aus den Bronchien werden mit der Sonde angefroren, entnommen und im Anschluss im Labor untersucht. Ein neues Untersuchungsverfahren erlaubt auch die Entnahme von Gewebeproben aus der Lunge mit der Kältesonde und kann hierdurch eine Operation häufig vermeiden. Neu ist die Entwicklung selbstauflösender Stents, die in gewissen Situationen besser verträglich sind.
Aus der Kardiologie sind Stents nicht mehr wegzudenken: Hier halten sie Blutgefäße offen, die zur Verengung neigen. Aber auch in der Pneumologie werden Stents – im Rahmen einer Lungenspiegelung – implantiert: Sie öffnen verengte Atemwege, die zum Beispiel von Tumoren befallen oder auf Grund von chronischen Entzündungen nicht mehr ausreichend stabil sind. In der Ruhrlandklinik verwenden wir röhrenförmige Stützen aus Silikon oder Stents, die mit einer speziellen Legierung beschichtet sind. So gehen wir sicher, dass die Stents von angrenzendem Gewebe nicht wieder verschlossen, sondern lange offen bleiben und damit dauerhaft die Atemnot lindern.
Bei der Argon-Plasma-Koagulation nutzen wir die thermische Wirkung von Hochfrequenz-Strom. Über Argon-Plasma wird er auf das kranke Gewebe aufgebracht, das wir abtragen wollen. Auf diese Weise können wir mit Hilfe eines kleinen endoskopischen Eingriffes großflächige Blutungen stillen oder Tumoren entfernen. Die Argon-Plasma-Koagulation ist überdies besonders schonend: Das Perforationsrisiko ist gering, die Wunde heilt schneller und die OP-Zeit ist kurz.
Bei schwerem Asthma besteht häufig eine andauernde Verkrampfung der Muskulatur um die Atemwege. Diese Muskulatur kann mittels der bronchialen Thermoplastie vermindert werden. Hierbei werden mittels Radiofrequenz-Therapie alle erreichbaren Atemwege behandelt. Die Behandlung findet in Narkose in drei Sitzungen statt und führt häufig zu einer merkbaren Verbesserung. Insbesondere schwere Anfälle werden vermindert.
Als eines der wenigen Zentren in Deutschland führen wir photodynamische Therapien (PDT) durch. Krebszellen werden dabei mit fluoreszierenden Substanzen sichtbar gemacht und dann durch rotes Licht aus Speziallasern abgetötet. Damit lassen sich kleine Tumoren in den Atemwegen gezielt behandeln – die gesunde Schleimhaut wird weitgehend geschont. Die PDT ergänzt die Möglichkeiten der endobronchialen Bestrahlung (Brachytherapie); jedoch ist die Haut in den folgenden zwei Tagen lichtempfindlich. Sie verlangt in diesem Zeitraum nach einem besonderen Schutz, um einen „Sonnenbrand“ zu vermeiden.
Alternativ zu chirurgischen Verfahren bieten wir in unserer Abteilung die endoskopische Lungenvolumenreduktion an. Sie führt bei Patienten mit schwerer bis sehr schwerer COPD (Lungenemphysem) zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden – die typische Überblähung der Lunge kann mit unterschiedlichen Verfahren vermindert werden. Bei uns kommen drei zum Einsatz:

Blockierende Verfahren – mit Ventilen

Unser gängigstes Verfahren: Die Implantation von so genannten Ventilen (aus Silikon und Nitinol), die sich während der Einatmung verschließen und bei der Ausatmung Luft passieren lassen. Dank dieser Ventile entleert sich das Lungengebiet, wodurch es mit der Zeit schrumpft. Die Ventile bringen wir über flexible Bronchoskope ohne Vollnarkose ein. Diese Technik ist reversibel, das heißt, wir können die Ventile jederzeit wieder problemlos entfernen.

Nicht blockierende Verfahren – mit Nitinolcoils

Dabei werden Nitinolspiralen (Nitinolcoils) mittels eines kleinen Führungskatheters in die erkrankten Bereiche der Lunge eingeführt. Sobald der Katheter entfernt wird, zieht sich die Spirale zusammen und verändert damit die Lunge: Die erkrankten Bereiche schrumpfen und die Lunge wird elastischer – es entsteht mehr Raum für den gesunden Lappen, der schließlich wieder mit voller Kapazität funktionieren kann.

Nicht blockierendes Verfahren ohne Implantate – mit Dampf

Dieses seit 2015 zugelassene Verfahren erlaubt die gezielte Behandlung besonders zerstörter Lungenareale, die zuvor anhand einer Computertomografie identifiziert werden. In einem kurzen endoskopischen Narkoseeingriff werden diese Bezirke mit Heißdampf behandelt. Hierdurch wird eine vorübergehende örtlich begrenzte Entzündung ausgelöst, die zur Schrumpfung dieser Bezirke führt. Auch hierdurch kann mehr Raum für gesundere Lungenabschnitte und das Zwerchfell entstehen, um Belastbarkeit und Lebensqualität zu erhöhen.

Für eine hohe Lebensqualität

Basis unserer pneumologischen Palliativtherapie ist die konsequente Therapie von Schmerzen und Luftnot, sowie die beständige Symptomkontrolle. Das Wohlbefinden unserer Patienten steht im Mittelpunkt unseres Handelns – in seiner letzten Lebensphase möchten wir ihm eine möglichst hohe Lebensqualität ermöglichen. Dazu bedienen wir uns aller Therapieformen – ob medikamentös oder interventionell –, die uns zur Verfügung stehen.

Schnelle Untersuchung von Proben ohne Zeitverlust/Lungenkrebsschnelltests

Alle modernen Methoden der Materialgewinnung für feingewebliche, zytologische, mikrobiologische und molekularbiologische Untersuchungen kommen in unserer Abteilung routinemäßig zur Anwendung. Die Proben können schnellzytologisch untersucht werden (On-site Diagnostik). Mitarbeiter der Pathologie haben ihren Arbeitsplatz auf dem gleichen Flur und oft haben wir das Ergebnis bereits während der Aufwachphase des Patienten. So kann ohne jeden Zeitverzug gezielt mit der Therapie einer Tumorerkrankung begonnen werden.

Modernste medizinische Ausstattung

Mit kleinen Videochipbronchoskopen können wir die Bronchien untersuchen und Gewebeproben entnehmen. Unser Patient befindet sich dabei in flachem Schlaf und empfindet keinerlei Schmerzen oder Atemnot. Mit Fluoreszenzbronchoskopen erkennen wir geringste Anomalien der Schleimhaut durch computergestützte Farbveränderungen; mit Ultraschallsonden und Durchleuchtungsgeräten erreichen wir Tumoren in der Lunge. Für die Punktion von Lymphknoten werden etwas größere Endoskope mit eingebauten Ultraschallköpfen verwendet. Diese Untersuchungen führen wir in Narkose durch (alles andere wäre für den Patienten zu belastend). Hierzu stehen uns zwei Fachanästhesieteams ohne Zeitbegrenzung zur Verfügung.
Zu den routinemäßig eingesetzten Instrumenten gehören starre und flexible hochauflösende Videochipendoskope, optische Katheter und Fluoreszenzendoskope, Ultraschallendoskope, verschiedene Laser, Argon-Plasma-Koagulatoren, Dilatationsballons und Kryotherapiegeräte. Die photodynamische Therapie ergänzt die Möglichkeiten der endobronchialen Bestrahlung (Brachytherapie). Zur Behandlung von Verengungen der Atemwege oder der Speiseröhre setzen wir die unterschiedlichsten Stents ein. Die Endoprothesen können wir sogar individuell anpassen. Für eine schonende Sauerstoffgabe oder minimal-invasive Beatmung implantieren wir Spezialkanülen oder Katheter direkt in die Luftröhre.