Studien

Eine bestmögliche Therapie ist gewährleistet, wenn sie nach den aktuellen medizinischen Standardkonzepten durchgeführt wird. Doch auch Standardtherapien können manchmal verbessert werden. Deshalb versuchen wir, an modifizierten und neuen Verfahren mitzuwirken, die in verbesserte Behandlungen münden.

Zwei Studien möchten wir Ihnen näher vorstellen:

Studie zur Therapie bei chronischer Herzschwäche und Atemstillstand

Etwa die Hälfte der Menschen mit chronischer Herzschwäche leidet auch unter dominant-zentraler Schlafapnoe (ZSA), also lebensbedrohlichen Atemaussetzern im Schlaf. Die übliche Therapie einer ZSA ist die „adaptive Servoventilation“: Betroffene tragen eine Maske, über die ihr Atemdruck individuell angepasst wird. Ob diese Therapie für die besonders belasteten Herzpatienten geeignet ist, untersuchte erstmals ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Prof. Helmut Teschler an der Ruhrlandklinik und Prof. Martin Cowie vom Royal Brompton Hospital in London. Hierüber berichtete das New England Journal of Medicine, die weltweit renommierteste medizinische Fachzeitschrift.

In der bisher weltweit größten Studie wurden 1.325 Herzschwäche-Patienten mit ZSA untersucht. Das interdisziplinäre Forscherteam aus Schlafmedizinern, Pneumologen und Kardiologen fand anders als erwartet heraus, dass sich die Sterblichkeit bei Herzschwäche-Patienten, die per ASV beatmet wurden, sogar erhöhte. Ein wichtiger Hinweis für Betroffene. Prof. Helmut Teschler: „Dennoch ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Weitere Aufschlüsse zu dieser Frage erwarten wir uns bei der detaillierten Auswertung des in dieser Form einzigartigen Datenschatzes unserer Studie.“

Studie zur Immuntherapie gegen Lungenkrebs

Lungenkrebspatienten, die einen Rückfall erleiden, überleben im Schnitt länger, wenn sie statt der bislang üblichen Chemotherapie mit einem immunstimulierenden Antikörper behandelt werden. Das ist das Ergebnis einer bahnbrechenden Studie unter Beteiligung der Medizinischen Fakultät, deren Ergebnisse im Juni 2015 auf dem Krebskongress (ASCO) in Chicago vorgestellt und im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

In die Leitung der Studie einbezogen waren das Westdeutsche Tumorzentrum und die Abteilung Thorakale Onkologie der Ruhrlandklinik. Die Wissenschaftler untersuchten 272 Patienten mit einem Rückfall eines Plattenepithelkarzinoms der Lunge. Sie erhielten das immunstimulierende Antikörper Nivolumab. Die immuntherapeutisch behandelte Patientengruppe hatte gegenüber Patienten, die durch eine Chemotherapie mit Docetaxel behandelt wurden, eine deutlich längere, mittlere Überlebenszeit. „Dies ist der erste überzeugende Wirkungsnachweis einer Immuntherapie bei Lungenkrebs“, so Dr. Wilfried Eberhardt, Oberarzt der Inneren Klinik (Tumorforschung). Der Direktor der Klinik Prof. Martin Schuler ergänzt: „Derzeit prüfen wir in klinischen Studien, wie wirksam immunstimulatorische Antikörper bei verschiedenen, fortgeschrittenen Tumorerkrankungen sind. Wir sind optimistisch, dass künftig viele Krebspatienten von dieser neuen Behandlung profitieren werden.“

Weitere Infos: Artikel auf der Webseite des New England Journal of Medicine (Englisch)